Sonntag, 20. Dezember 2015

in eigener Sache

ONsüd-Bild: H.-J. Pokojski
Wir verabschieden uns für dieses Jahr und möchten Ihnen und Ihren Familien ein schönes Weihnachtsfest und für das kommende Jahr alles Gute wünschen!

Im Namen der Redaktion, herzliche Grüße,

Sebastian Pokojski
(Herausgeber & Redaktionsleiter)

Montag, 14. Dezember 2015

Stadtteilinterview

Es gibt Neuigkeiten für Suderwich. ONsuderwich-Redakteur Sebastian Pokojski sprach mit dem Schirmherrn unserer Seite, Johannes Quinkenstein.

Sebastian Pokojski: Es gibt eine Entscheidung bezüglich der Landesgartenschau. Was sagen Sie zu dem Ergebnis?

ONsuderwich-Bild: Sebastian Pokojski
Johannes Quinkenstein: Die Vorbereitungen, Planungen und inhaltlichen Projekte entlang der Emscher waren und sind sehr ansprechend gewesen. Für eine wirtschaftlich schwache Region hätte die Schaffung von zusätzlichen Arbeitsplätzen positive Auswirkungen gehabt.
Sicherlich wäre damit eine immense Hürde für alle Beteiligten zu meistern gewesen, denn der Zeitplan hatte schon einen gehobenen Anspruch, um alles realisieren zu können. Andere Stadtteilprojekte hätten verschoben werden müssen.
Was auf der einen Seite erst einmal negativ ankommt, nicht zur Ausgestaltung der Landesgartenschau den Zuschlag zu erhalten, hat aber auch darauf hin eine feste Zusage vom Land NRW ergeben, einzelne Projekte in der Region zusätzlich zu fördern.

Sebastian Pokojski: Wie sieht es mit dem Image unseres Stadtteils aus?

Johannes Quinkenstein: Durch eine gute Zusammenarbeit aller Suderwicher Vereine und Organe, koordiniert durch den VV Suderwich, kommt es mehrmals im Jahr zu nachdenklichen, aber auch einer ganzen Reihe erfreulicher Veranstaltungen. Die Resonanz der Besucherzahlen zeigt, dass nicht nur Suderwicher zu den Veranstaltungen wie z.B. dem Martinsumzug kommen, sondern aus allen Stadtteilen und darüber hinaus.
Sicherlich muss auch in Suderwich über ein Entwicklungskonzept in den nächsten Jahren nachgedacht und daran gearbeitet werden, denn es gibt immer was zu verbessern!

Sebastian Pokojski: Welche Perspektiven gibt es zukünftig für unseren Stadtteil? 

Johannes Quinkenstein: In der gesundheitlichen, ärztlichen Versorgung sind wir ganz gut aufgestellt. Es gibt gute Wohnmöglichkeiten, angepasst auf den demografischen Wandel mit einem Einzelhandelsangebot, welches hier und da doch noch überarbeitungsfähig ist. Erst einmal ist es aber auch wichtig, den geschäftlichen Leerstand in Grenzen zu halten. Was fehlt, sind in den einzelnen Bereichen Orte, um im Freien zu verweilen.
Überarbeitungswürdig ist der Verkehrsfluss in unserem Stadtteil, denn hier werden auf einigen Straßen Geschwindigkeiten bis 110 km/h gemessen. Die Lösung ist allerdings nicht alles auf 30 km/h zu reduzieren, sondern mit Baumaßnahmen an richtiger Stelle dem entgegenzuwirken.
Im wirtschaftlichen Bereich sind im Ortloh noch  Gewerbeflächen für die Ansiedlung von Betrieben vorhanden, um auch die Kaufkraft in Suderwich steigern zu können.

Sebastian Pokojski: Sie sind als CDU-Kandidat Mitglied des Stadtrates. Was plant Ihre Partei im nächsten Jahr für Suderwich? Gibt es Projekte, die von politischer Bedeutung sind?

Johannes Quinkenstein: Wie schon angesprochen, muss es im Verkehrsfluss einige Veränderungen geben. An erster Stelle ist der Kreuzungsbereich Suderwichstraße. /Ehlingstraße /Katharinenstraße zu nennen. Aber auch der Lärmschutz wird hierbei nicht vergessen. In vielen Bereichen, wie z.B. dem Stresemannplatz, gilt es Barrierefreiheit herzustellen.
Ein weiteres Thema wird die Fahrradfreundlichkeit in unserem Stadtteil werden. Betroffen sind nicht nur die Radwege, sondern auch die Nebenwege bzw. Wirtschaftswege dürfen hierbei nicht außer Acht gelassen werden. Somit hat der CDU OV Suderwich/Essel/Röllinghausen schon jetzt die erforderlichen Anträge gestellt.
1.Radfahrweg auf der Esseler Straße, vom Hochfeld bis zur Kirche in Essel. Hier gilt es die Oberdecke zu erneuern. Der Flickenteppich ist eine Unfallgefahr für jeden Radfahrer.
2. Radwegausbau auf der Henrichenburger Str. von der Röllinghäuser Str. bis zur Katharinenstr., auch sollte der Lückenschluss bis zur Schulstraße geprüft werden.
3. Wirtschafts- und Radweg zur Naherholung Brandheide, hier ist zu nennen die Kapellenstraße komplett und dann die Pöppinghäuser Str. in die Brandheide von der Merveldtstraße aus. Dort ist es in Teilbereichen schon sicherheitlich nicht mehr vertretbar, die Strecken mit dem Fahrrad zu befahren.
4. Einen Wirtschaftsweg/ Naherholungsweg haben wir noch auf der Agenda und zwar die Straße „Im Wittbusch“, hier ist die Oberdecke rund, aufgebrochen mit einer abgeplatzten Außenkante, also für den nicht geübten Fahrradfahrer schon sehr gefährlich.
5. Die Verlängerung Ickerottweg von der Fa. Scholz bis zum Wittbusch muss auch erneuert werden.
6. Fahrradweg - Lückenschluss auf der Sachsenstr., von der Ehlingstraße bis zum Paßkamp, bzw. fortgeführt bis zur Henrichenburger Straße.


Sebastian Pokojski: Welche Wünsche haben Sie für unseren Stadtteil?

Johannes Quinkenstein: Wünsche habe ich viele, aber die müssen auch mit den haushaltswirtschaftlichen Mitteln oder zuständigen Institutionen realisierbar sein.
Zu nennen sind hier:
-       die Aufforstung und Aufarbeitung der Brandheide, damit sie wieder zu einem
Naherholungsgebiet wird
-       die Errichtung einer Bezirkssportanlage, wo mehre Vereine ihren Freizeitsport nachkommen können, dazu gehört auch der Erhalt des Naturfreibades
-       Lärmschutzmaßnahmen entlang der Hamm-Osterfelder-Bahn
-       die ausstehenden Kanal und Straßenbaumaßnahmen umsetzen
-       die Bewältigung der Flüchtlingsprobleme
-       dass die Helmut-Pardon-Sporthalle wieder den Vereinen zur Verfügung steht

Ach, es gibt noch viele Wünsche, auch beinhaltet meine Aufzählung kein Ranking in der Reihenfolge. Es muss nur realisierbar sein.

Sonntag, 13. Dezember 2015

aktuell

Pfingststurm Ela und seine Auswirkungen für die Region

von Horst Bachmajer (Text + Foto)


Am Pfingstmontag, den 9. Juni 2014  rollte gegen 20:00 Uhr das schwerste Unwetter seit Kyrill im Jahr 2007 auf NRW zu. Mit Sturm, Windgeschwindigkeiten bis zu 145 km/h, Starkregen und taubeneigroßen Hagelkörnern zog es von Südwesten über NRW hinweg. Sechs Menschen kamen dabei in NRW ums Leben. Der Verkehr auf den Straßen und Schienen war tagelang blockiert. Am Dienstag, den 10. Juni 2014 teilte das NRW-Innenministerium mit, dass Polizei und Feuerwehren bis dahin rund 17.000 Mal ausgerückt seien. Landesweit seien etwa 14.000 Helfer der Feuerwehren, der Hilfsorganisationen und des THW im Einsatz gewesen. Lt. Versicherer beträgt die Schadenshöhe nur an privaten Gebäuden und Kraftfahrzeugen ca. 650 Mio. Euro.
In Recklinghausen waren insbesondere durch den Sturm die Ortsteile Suderwich, Essel und Röllinghausen betroffen. Des Weiteren waren einzelne Straßen und Waldgebiete im gesamten Stadtgebiet stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Die Wälder, Parkanlagen und Friedhöfe waren wochenlang gesperrt. So ist z.B. exemplarisch zu nennen, dass das Schützenfestzelt in Essel bei dem Sturm zusammengestürzt ist, zum Glück ohne größere Personenschäden.
                                                                                                           



Das Ziffernblatt (2,5 m Durchmesser) der Kirchturmuhr der Kirche St. Johannes (auf dem Bild gut zu sehen) wurde umgeknickt.
Straßenbeleuchtungen sind heruntergerissen worden und haben die Straßen blockiert.
Vor allem der städtische Baumbestand wurde sehr stark in Mitleidenschaft gezogen. Alleine von 15.900 Straßenbäumen mussten 1885 Bäume gefällt werden, die durch den Sturm so stark geschädigt wurden, dass die Standfestigkeit nicht mehr gegeben war. Es konnten ca. 1.589 geschädigte Bäume durch Baumpflege und Schnittmaßnahmen in den Kronen erhalten werden. Ca. 3.000  Bäume in öffentlichen Grünanlagen, wie Parks und Friedhöfen, da sind bis zu 10% des gesamten Baumbestandes der Grünanlagen, waren betroffen. Hierbei sind noch nicht die Schäden in den Waldgebieten enthalten.
In Suderwich hat die Freiwillige Feuerwehr vom Löschzug Suderwich zur Beseitigung der größten Schäden, von denen aufgrund des Schadensbildes und der Verkehrserwartung, das größte Gefahrenpotential ausging, in ca. 1.400 Arbeitsstunden die erste notwendige Abhilfe geleistet. Die ehrenamtliche  Hilfeleistung erfolgte in den ersten 24 Stunden im Dauereinsatz. Danach wurde auch im Löschzug im Zwei-Schichtsystem gearbeitet. Somit war der Löschzug anderthalb Wochen fast rund um die Uhr im Einsatz. Aber auch die anderen Löschzüge aus dem Stadtgebiet unterstützten die Suderwicher Wehr.
Seit dem Sturm sind die Mitarbeiter der KSR mit der Beseitigung der Schäden beauftragt. Der Umfang des zusätzlichen Arbeitsvolumens, bedingt durch die Sturmschäden, war mit den eigenen Mitarbeitern nicht zu bewältigen, deshalb war ein großer Umfang der Arbeiten fremd zu vergeben.
Bisher wurden in Eigenleistung 17.307 Stunden aufgewendet. Die Fremdleistungen belaufen sich bis jetzt auf rund 1,63 Mio. Euro. Auch nach einem Jahr sind die Folgen immer noch gegenwärtig. Es müssen noch Schnittmaßnahmen, Wurzelstubben fräsen und Nachpflanzungen der gefällten Straßenbäume, auch in 2016 durchgeführt werden. Damit werden die voraussichtlichen Kosten bis Ende 2016 auf ca. 2,6 Mio. Euro  geschätzt. Darin enthalten sind noch nicht die Kosten, wie z.B. Herrichtung der Bürgersteige, Baumscheiben, Wiederaufforstung in den Wäldern etc. An diesen Kosten hat sich das Land NRW mit einer Pauschale von 624.712 Euro beteiligt. Damit verbleiben ca. knapp 2 Mio. Euro bei der Stadt Recklinghausen auf der Kostenstelle Naturereignisse.

                                                                                  

aktuell

Rettungswache Ortloh- mehr Sicherheit für die Ortsteile


von Johannes Quinkenstein (Text +Foto)

Im Oktober 2012 wurde die Verwaltung durch den Rat mit einem Durchführungsbeschluss beauftragt, an der alten Röllinghäuser Straße, auf städtischem Grundstück eine Rettungswache zu bauen. Auch haben die Krankenkassen und –verbände dem Rettungsdienstbedarf zugestimmt.
Somit wurden für das Jahr 2013 Mittel von 467.000 € zur Verfügung gestellt. Diese teilen sich auf  265.000 € für den Bau der Fahrzeughalle und für den Umbau des Bestandsgebäudes mit ca. 202.000 € inklusive anteiliger Baunebenkosten und Kosten der Umfeld Gestaltung.
Da der Kreis als Träger des Rettungsdienstes verpflichtet ist, eine bedarfsgerechte und flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Leistungen der Notfallrettung und notärztlichen Versorgung im Rettungsdienst sicher zu stellen, heißt es in mehreren Paragrafen und Kreistagsbeschlüssen, eine Hilfsfrist von 8 Minuten nach Eingehen des Notrufes bis zum Eintreffen der Einsatzkräfte vor Ort erreichen zu können. Ferner ist das geforderte Sicherheitsniveau des Rettungsdienstbedarfsplanes mit 90 % beschrieben. Dieses Sicherheitsniveau wurde aber in den Jahren 2010 und 2011 in den Ortsteilen Suderwich, Essel und Röllinghausen nur in einer Zeitspanne von 8-12 Minuten erreicht. Für die Auswertung aus dem Jahre 2011 wurden die Zahlen aus dem Einsatzleitrechner analysiert. Die Basis für die Analyse bildeten im Ortsteil Essel 20 Noteinsätze, in Suderwich 600 Noteinsätze und in Röllinghausen 150 Noteinsätze. Somit wurde der Betrieb für eine dritte Rettungswache notwendig, da die Hilfsfristen in den östlichen Stadtteilen von den vorhandenen Rettungswachen nicht eingehalten werden konnten.
Wenn man  die aktuellen Zahlen der ersten neun Monaten des Jahres 2015 mit den Zahlen aus 2014 vergleicht, kann man sagen, in den Ortsteilen Röllinghausen mit bisher 159 Notfalleinsätzen und dem Ortsteil Suderwich mit 560 Noteinsätzen, konnten die Hilfsfristen in Suderwich um 31,88 % und in Röllinghausen um 28,18 % gesteigert werden. Auch profitiert der Ortsteil Berghausen davon, denn hier konnte bei 42 Noteinsätzen im Betrachtungszeitraum 2015 eine Steigerung von 25,60 % erreicht werden. Sicherlich sind das sehr positive, beruhigende Zahlen, aber man darf auch nicht vergessen, dass die Besatzung in 24 Stundendiensten in Röllinghausen arbeitet und in diesem Sommer die traurige Bilanz von 16 Notfalleinsätzen in 24 Stunden erforderlich wurden.  Damit das nicht alltäglich wird, gibt es Kooperationen mit unseren Nachbarstädten, so werden z.B. in Suderwich, wenn kein RTW verfügbar, die Kameraden des Rettungsdienstes aus Castrop-Rauxel alarmiert. Auch gilt dies für den Autobahnanschnitt der A2 in Fahrtrichtung Oberhausen, von Henrichenburg bis Recklinghausen-Ost!
Hohes Verkehrsaufkommen und teilweise langsame Reaktionen der Autofahrer wie z. B. das Bilden einer Fahrgasse für die Rettungskräfte machen weitere RTW Ausstattungen erforderlich. Nicht vergessen darf man bei der mittelfristigen Planung aber auch die Anforderungen, welche sich durch den demografischen Wandel ergeben. Aber um diesen Anforderungen gewachsen zu sein, werden gerade jetzt aktuell, unter Berücksichtigung des demographischen Wandels, Gespräche für einen weiteren Rettungswagen an der Hauptwache mit einer Besatzung von 16 Stunden am Tag, mit dem Kreis und zuständigen Organen geführt.
Wenn auch die Anforderungen und notwendigen, erforderlichen Kosten für die dritte Rettungswache den einen oder anderen Leser am Anfang meines Artikels in Erstaunen versetzt haben, so kann man als Fazit aber immer die Steigerung der Einsatzzahlen und das schnelle Erreichen zur Rettung eines Menschenlebens dagegen stellen. Trotzdem gilt es, wie gelesen, nicht aufzu hören, sondern immer weiter für die  Sicherheit unserer Bürger in den Ortsteilen zu kämpfen und zu arbeiten.